EZS1234 Ab wann ist man ein Power-User, was für spezielle Anforderungen muss man haben um in diese Kategorie zu gehören?
Grundsätzlich gibt es drei “Benutzerstufen”:
- “Normale” Benutzer: Diese haben keine besondere Anforderungen ausserhalb der von ISP (als “normal”) definierten “Spielwiese”. D. h., sie brauchen nur einen Internetzugang, um zu surfen, Mails verschicken, “chaten”, ihre Social Media Profile pflegen, vielleicht für Online Games, Streaming usw.
- Power User: Diese haben Anforderungen, die sich ausserhalb der “normalen” Rahmens. D. h., sie wollen auf ihre NAS-Daten und -Anwendungen vom Internet aus zugreifen (VPN, Portweiterleitungen usw.), einen eigenen Router einsetzen, Netzwerke trennen. Sie müssen nicht das nötige Wissen besitzen, sondern nur ihre Anforderungen abgedeckt haben. Nicht das Wissen sondern das Ziel steht im Vordergrund.
- IT-Affine User: Wie die Power User, haben sie ebenfalls Anforderungen, die sich ausserhalb der “normalen Spielwiese” befinden, aber sie machen sich Gedanken über die Umsetzung (eingesetzte Technologie, Sicherheit Skalierbarkeit usw.), um ihre Heimnetze entsprechend mithilfe von Netzwerksegmentierung, VLANs, Firewalls, Reverse Proxies usw. zu gestalten. Sie müssen nicht das nötige Wissen vom Anfang an haben, aber sie versuchen, es sich anzueignen. Sowohl das Wissen als auch das Ziel stehen gleichermassen im Vordergrund.
GrandDixence Genau. Deshalb gilt auch seit Jahren die Empfehlung, das Kabelmodem im Bridge-Modus zu betreiben.
Der Bridge-Modus ist nur ein “Workaround”, keine Lösung. Wie Cosmo erwähnt und ich mehrfach in der Vergangenheit angedeutet habe, ich dieser Modus nicht immer anwendbar und hat einige Nachteile, angefangen mit der Tatsache, dass er zwar “geduldet” aber nicht “supported” wird. Damit will ich sagen, dass dieser Workaround gut ist, solange er funktioniert. Aber bei Problemen muss man wieder in den Router-Modus wechseln, wenn man Unterstützung vom Sunrise-Support erhalten will.
Ein weiterer Nachteil ist, dass es keine Möglichkeit gibt, Tests vor und nach den eigenen Komponenten (Router bzw. Firewall) zu machen. Dies kann jedoch bei der Untersuchung von Problemen recht nützlich sein. Auch das Monitoring der “Strecke” zwischen der eigenen Komponenten und der Bridge wird schwierig und gerade bei “Aussetzern” wäre es wichtig, genau diese “Strecke” zu überprüfen.
Und last but not least, der Bridge-Modus ist nicht unbedingt die beste Option wenn der eigene Router bzw. die eigene Firewall virtualisiert wurden.
Die Anpreisung des Bridge-Modus als allgemeine “Empfehlung” ist nicht sehr weise und vor allem nicht ganz wahrheitsgemäss, denn jeder Mensch hat die eigenen Anforderungen, die sich mit diesem Modus nicht immer abdecken lassen, und es gibt auch genug “IT-Freaks”, die sich bewusst für den Router-Modus entschieden haben.